Veranstaltung: Verhaltensproblemen in der Schule begegnen

(Aus der Praxis für die Praxis – Orientierungshilfen für ein Schulkonzept mit vielen praktischen Beispielen und Selbsterfahrungsangeboten sowie humoristischen Zwischentönen)

  • Fortbildungsveranstaltung für pädagogische Einrichtungen
  • Grundlagen einer Konzeptentwicklung
  • Regulierungsmaßnahmen über Schulorganisation und Unterrichtsstruktur
  • Lösungsstrategien für Verhaltensprobleme im Unterricht (Schwerpunkt)
  • Diskussionsrunde

Vierstündige Fortbildung – Format mit Powerpoint und praktischen Darstellungen – Reader

Gesamtkosten: 720 €

Beschreibung

In meinen Vorträgen strebe ich besonders an, realitätsnahe und vor allem praktikable Lösungsansätze im Spannungsfeld Lehrer-Schüler-Eltern aufzuzeigen. Dabei nehmen natürlich die Methoden für den konkreten Unterrichtsalltag einen wichtigen Stellenwert ein.

Die Fortbildungsveranstaltung ist kein wissenschaftlicher Vortrag. Sondern es geht vielmehr um eine Informations- und Diskussionsveranstaltung die durch persönliche Erkenntnisse, Erfahrungen und meine eigenständig entwickelten/evaluierten Konzepte geprägt ist.

Natürlich werden die Teilnehmer der Veranstaltung durch viele praktische Anleitungen aktiv eingebunden. Es werden beispielhaft Fälle vorgestellt und gemeinsam der Lösungsweg erarbeitet.

Zu Anfang müssen jedoch die Grundsatzfragen auf dem Weg zu einem Orientierungskonzept für verhaltensregulierende Vorgehensweisen geklärt werden (bisherige Grundlage- vorhandene Denkweise- warum ein neues Konzept- welche Kriterien bestimmen das neue Konzept?)

Es gibt nämlich nicht das „einzig wahre Verhaltenskonzept“ für eine Schule oder pädagogische Einrichtung. Allein schon die Vielfalt der vorhandenen Schulorganisationen und Schulstrukturen lassen kein generelles Konzept zu. Vielmehr muss jede Einrichtung gemäß ihrer Voraussetzungen und den gegebenen Problemstellungen ein eigenständiges Orientierungskonzept erstellen.

Ebenso muss berücksichtigt werden, dass ein starres Verhaltenskonzept in vielen Fällen den notwendigen individuellen Umgang mit Verhaltensproblemen verhindert oder sogar die Gesamtsituation noch verschärft.

In dem Komplex aus der Praxis für die Praxis erläutere ich zuerst die realistischen Möglichkeiten in der Schulorganisation und Unterrichtsstruktur mit deren Hilfe die notwendigen Veränderungen bzw. Rahmenbedingungen für ein neues Konzept auf den Weg gebracht werden können (u.a. Zeit- und Raumkonzept, Krisenmanagement, Verantwortlichkeiten, Diagnostik, Klarheit u. Verbindlichkeit, Klassenmanagement etc.)

Anschließend zeige ich mit konkreten Fallbeispielen das Spektrum von Lösungswegen auf, um gemeinsam im Austausch zwischen Lehrern und Schülern verhaltensregulierend wirksam werden zu können. Dabei sollen die Teilnehmer der Veranstaltung konkret auch eigenen Erfahrungen sammeln können.

Mit der Methode der lösungsorientierten Gesprächsführung wird ein Weg aufgezeigt, wie zwischen Schüler und Lehrer eine gemeinsame Zielvorstellung erarbeitet werden kann, um dem Verhaltensproblem zu begegnen. Im Vordergrund steht dabei nicht die sonst übliche Ursachenklärung, sondern es geht darum, die eigenen Stärken zu erkennen, mit denen erfolgreich an dem Problem gearbeitet werden kann. Zugleich werden Anstöße für die notwendigen Veränderungsprozesse entwickelt und konkret umgesetzt.

Entspannung und Bewegung im Klassenunterricht ist ein weiterer Lösungsansatz, um Verhaltensproblemen entgegenwirken zu können. Jeder weiß eigentlich um die Kürze der Konzentrationsspanne bei Schülern im Unterrichtsprozess. Dennoch ist es gängige Praxis, so viel wie möglich an Input in die Unterrichtsstunde zu packen. Wie jedoch Phasen von Bewegung und Entspannung positiv das Lernen unterstützen können, wird fast gänzlich außer Acht gelassen.

Fluides Wissen kontra kristallines Wissen ist ein weiterer Ansatzpunkt für verhaltensregulierende Maßnahmen. Fluides Wissen beinhaltet kein Faktenlernen, sondern will die Fähigkeit verbessern, kreative Lösungswege zu erarbeiten. Es soll um die Ecke gedacht werden und dieses völlig losgelöst von einem bestimmten Unterrichtsfach. Die Lernstrategiefelder wie Kreativität, Logik, Konzentration, Wahrnehmung, Gedächtnis und Wortschatz werden spielerisch in Eigenverantwortung erarbeitet und verbessert.

Mit den verschiedenen Feedbackmethoden entwickeln die Schüler die Kompetenz, über ihren derzeitigen Lern- und Leistungsstand oder ihr Sozial- und Arbeitsverhalten zielführend nach einem Zeitraster in schriftlicher Form zu reflektieren. Das Ergebnis mündet dann in eine eigenständige Zielformulierung. Zugleich hilft dieses Reflexionsprinzip der Lehrkraft, perspektivisch die Lerndifferenzierung individueller zu gestalten

Entwicklungstherapeutische-/pädagogische Lösungsansätze beruhen auf einer Diagnostik, mit deren Hilfe viel konkreter der eigentliche Entwicklungsstand eines Schülers überprüft werden kann. Die Bereichsziele der Stufen Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und Kognition werden detailliert überprüft. Daraus lassen sich dann die jeweiligen erforderlichen Ziele formulieren, die sich genau an den Voraussetzungen des Schülers orientieren.

Das Unterrichtsfach Glück hat bereits an vielen Schulen in Deutschland Einzug in die Stundentafel gefunden? Langzeitstudien haben die positiven Lernerfolge sowie den Abbau von Verhaltensproblemen eindeutig bewiesen. Die Schüler sollen bei verschiedenen Gruppenarbeitsaufträgen oder in konkreten Einzelanforderungen eine Vielzahl von Schlüsselerlebnissen erfahren. Sich als wirksam erleben, vertrauen können, den eigenen Körper und die Emotionen wahrnehmen, die eigenen Ressourcen nutzen, lösungsorientiert denken und viele glückliche Momente erleben können. Die entsprechenden Materialien/Spielformen und Arbeitsaufträge werden in einer Auswahl vorgestellt und z.T. auch durch die Teilnehmer ausprobiert.

Kurzfristige Verhaltensstrategien bei einem unverhofften Disput zwischen Lehrer und Schüler werden im Rollenspiel nachvollzogen. Dabei soll u.a. auch der Einsatz von sogenannten Ventilkarten als daraus abzuleitende Präventionsmaßnahme vorgestellt werden. Im einzelnen Fall bedeutet es für den Schüler einen Möglichkeit, sich selbst zu Beginn einer sich anbahnenden Eskalation aus der belastenden Unterrichtsituation herauszunehmen.

Ein wichtiger Aspekt im Wechselspiel zwischen Lehrer und Schüler ist die gemeinsame Konkretisierung der Absichtserklärungen in Zielvorgaben. Wie veröffentliche ich dieses Ziel, wie funktioniert eine realistische Zielsetzung und was können mögliche Motivationsfaktoren sein, um das Ziel überhaupt erreichen zu können.

Welche Rolle spielt Humor, welche Bedeutung hat die Elternarbeit und wie gestalte ich das notwendige Gespräch, wie lassen sich Verantwortungsbereiche auf die Schülerschaft übertragen, warum sind Konsenskonferenzen notwendig und welche Möglichkeiten liegen in der gegenseitigen Hospitation? Diese und viele weitere Fragen werden durch konkrete Beispiele beantwortet.

Wenn wir über Lösungswege aus Verhaltensproblemen diskutieren, ist es auch unabdingbar, im Rollenverständnis über den Pädagogik-Erzieherberuf notwendige Veränderungen aufzuzeigen. Primär geht es dabei um die Fähigkeit der kritischen Eigenreflexion. Also, wie wirke ich durch mein Denken, Fühlen und Handeln auf andere. Ist meine Eigenwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung von anderen in Einklang zu bringen oder sind deutliche Abweichungen vorhanden, die zugleich auch Auswirkungen auf das Schülerverhalten haben. Nehme ich den Schüler noch so an wie er ist, oder bestimmen die Negativerlebnisse meine aktuellen Handlungsstrategien.

Grundsätzlich gilt für die Gesamtveranstaltung, dass es keine Vorlage eines generalisierten Verhaltenskonzeptes gibt und jede verhaltensregulierende Maßnahme der Individualität auf beiden Seiten entsprechend Rechnung tragen muss. Zugleich ist eine anzustrebende Verhaltensänderung immer als ein Prozess zu begreifen. Dabei müssen kleinere Fortschritte in ihrer wichtigen Bedeutung erfasst und Rückschläge als Möglichkeit einer Kurskorrektur aufgefasst werden.

Letztendlich müssen alle verhaltensregulierenden Maßnahmen fortlaufend evaluiert werden.

In der abschließenden Diskussionsrunde sollen alle offenen Fragen, die im Verlauf der Veranstaltung noch nicht aufgetaucht und geklärt werden konnten, beantwortet werden.